Forschung: Ingo und Waltraud Pauler Fonds

Was ist der Ingo und Waltraud Pauler Fonds?

Der AG ARK-Forschungsfonds, benannt nach dem Begründer der AG ARK Dipl. Ing. Ingo Pauler (†), langjährigem ersten Vorsitzenden und Ehrenmitglied der DGHT a.D. und seiner Frau, fördert Forschungsprojekte, die die Amphibien- und Reptilienmedizin weiterführen, Grundlagenforschung sowie tiermedizinische Forschungsprojekte, die zur Optimierung bestehender Therapien und Techniken führen.
Der Fonds wird aus Rücklagen und Gewinnen der AG ARK sowie Spenden bestückt. Spendenkonto: AG ARK, Santander Bank Hamburg, BLZ 50033300, Kontonummer 2974838500 (IBAN: DE05500333002974838500, BIC: SCFBDE33XXX) Verwendungszweck: IWP Fonds

Wer kann die Förderung beantragen und wie?

Die Beantragung von Fördermitteln steht DGHT/AG ARK-Mitgliedern offen und erfolgt gemäß der Kommissionsordung des Ingo und Waltraud Pauler-Fonds

Welche Projekte wurden/werden bisher gefördert?

  • 2016 Etablierung der Elektrokardiographie als klinisches Diagnostikum und im Rahmen des Narkosemonitorings bei Streifenköpfigen Bartagamen (Pogona vitticeps) –Nachantrag- Tatjana Franziska Heyduck, Prof. Dr. Rüdiger Korbel Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Zierfische, Zentrum für Klinische Tiermedizin, Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität Münchenmit 556 €
  • 2016 Antrag auf Drittmittel eines Tierversuchsprojektes zwecks Analgesiewirkung in X.laevis – Folgeantrag- Dr. Alexa Hagedorn, Universität Ulm; Dr. Christine Baumgartner, Klinikum rechts der Isar, München; Hermann Kempf, Exotenpraxis Augsburg mit 3364 €
  • 2015 Untersuchung von bestimmten Pathogenen Mikroorganismen in freilebenden Populationen von Amphibien und Landschildkötenarten in Griechenland:Dr. Panayotis Azmanis, Dr. Rachel Marschang mit 1500 €
  • 2015 Etablierung der Elektrokardiographie als klinisches Diagnostikum und im Rahmen des Narkosemonitorings bei Streifenköpfigen Bartagamen (Pogona vitticeps): Tatjana Franziska Heyduck, Prof. Dr. Rüdiger KorbelKlinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Zierfische, Zentrum für Klinische Tiermedizin, Tierärztliche Fakultät der LMU München mit 2110 €
  • 2015 Antrag auf Drittmittel für Teil II eines Tierversuchsprojektes zwecks Analgesiewirkung in X.laevis Dr. Alexa Hagedorn, Universität UlmDr. Christine Baumgartner, Klinikum rechts der Isar, MünchenHermann Kempf, Exotenpraxis Augsburg mit 1300 €
  • 2014 Antibiotika-resistente Enterobacteriaceae, Pseudomonas aeruginosa und Acinetobacter baumannii bei importierten Reptilienspezies: Franziska Unger, Dr. Tobias Eisenberg Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere, Gießen mit 3000 €
  • 2013 Etablierung einer Nachweismethode und Charakterisierung von IBD-assoziierten Arenaviren bei Boas und Pythons in DeutschlandPD: Dr. Rachel Marschang, Universität Hohenheim mit 3000 €
  • 2013 Ermittlung physiobiologischer Parameter zur Erkennung von Schmerz für eine gezielte Etablierung geeigneter Dosierungsangaben für die therapeutische Analgesie bei Amphibien:Dr. Alexa Hagedorn, Universität Ulm, Dr. Christine Baumgartner, Klinikum rechts der Isar, München, H.Kempf, Exotenpraxis Augsburg mit 2000 €
  • 2012 Molekulare Identifizierung häufig vorkommender Flagellatenarten aus Kotproben von Landschildkröten und Bartagamen: Nikola Pantchev, IDEXX Vet Med Labor GmbH, Dr. Barbara Richter, Universität Wien mit 2450 €

Kommissionsordnung „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ (Fassung vom 12.04.2011)

§ 1 Präambel

Die DGHT fördert die Verbesserung der tiermedizinischen Versorgung von Amphibien und Reptilien. Darüber hinaus werden Projekte zur Grundlagenforschung unterstützt. Durch Pub- likationen in „Salamandra“, „Mertensiella“ und „elaphe“ sowie durch Vorträge auf DGHT- Tagungen (inkl. Veröffentlichung von Tagungsbänden) werden diese geförderten Projekte bekannt gemacht.

§ 2 Zielsetzung

(1) Die DGHT errichtet zur Unterstützung der tiermedizinischen Grundlagenforschung den „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ für die Weiterentwicklung der Amphibien- und Reptilien- Tiermedizin.
(2) Der „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ dient vor allem den Zielen der Optimierung der tiermedizinischen Versorgung von Amphibien und Reptilien.

Durch den „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ werden nur Forschungsprojekte gefördert, die diese Ziele eindeutig zum Inhalt haben und deren Verwirklichung dienen. Dies sind:
(a) Grundlagenforschung, die zu neuen Erkenntnissen führt, oder
(b) tiermedizinische Forschungsprojekte, die zur Optimierung bestehender Therapien und Techniken führen.

§ 3 Fondsbildung

(1) Die DGHT bestückt den Fonds alljährlich mit Mitteln aus Rücklagen und Tagungsgewin- nen der AG ARK, sofern verfügbar, zur Verwendung im Folgejahr.
(2) Die konkrete Höhe der Fördermittel, die für den Fonds im Folgejahr zur Verfügung stehen, beschließen Koordinatorin und Fachbeirat der AG ARK in Abstimmung mit dem Präsidium der DGHT jeweils im Herbst.

(3) Allgemein nutzbare oder projektgebundene Spenden von DGHT-Mitgliedern oder außenstehende Sponsoren ergänzen die Fondsmittel. Dazu werden auch gezielt Mittel von der Industrie eingeworben.

§ 4 Ausschreibung und Beantragung der Fondsmittel

(1) Die Ausschreibung mit Benennung der Gesamtfördersumme erfolgt jeweils bis November eines Jahres für das folgende Jahr in „elaphe“ und auf der Homepage der DGHT und der AG ARK.
(2) Anträge auf Förderung aus dem Fonds können – ausschließlich per E-Mail mit dem Ant- rag als einzelnes PDF-Dokument – bis zum 31.12. eines Jahres für das folgende Jahr über die Koordinatorin der AG ARK gestellt werden (macina@dght.de). Grundsätzlich müssen Projektanträge für den „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ in deutscher Sprache erfolgen. Eine Ausnahme kann in begründeten Fällen (z. B. Antragsteller stammt aus einem nicht deutschsprachigen Land) gewährt werden.

(3) Nur Mitglieder der DGHT können Antragsteller sein. Das beantragte Projekt muss mit den allgemeinen Aufgaben und Zielen der DGHT-AG ARK vereinbar sein. Aus dem Antrag müs- sen die Zielsetzung der Arbeit und die Methodik klar hervorgehen. Anträge müssen einen Zeit- und Arbeitsplan beinhalten sowie die geplante Verwendung der beantragten Fördermit- tel (z. B. Geräteanschaffung, Verbrauchsmaterial, Reisekosten) detailliert darstellen. Bei der Antragstellung sind außerdem die unter § 5 genannten Richtlinien zu berücksichtigen.

(4) Bei Forschungsprojekten, die zur Erlangung akademischer Grade genutzt werden sollen (Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen), müssen der Kandidat und der Betreuer der Arbeit als gemeinsame Antragsteller in Erscheinung treten, auch wenn die beantragten Fördermittel ausschließlich vom Kandidaten genutzt werden. Mindestens einer dieser Ant- ragsteller muss in diesem Fall DGHT-Mitglied sein.

(5) Der Antrag kann sich auf Prozentsätze bis zum Gesamtvolumen der ausgeschriebenen Fondsmittel beziehen. Unbedingt müssen eingesetzte Eigenmittel und anderweitige Förder- mittel (Drittmittel) für das jeweilige Vorhaben benannt werden.

(6) Wenn im Rahmen des beantragten Projektes Geräte angeschafft werden (z. B. Messge- räte, medizinische Bestecke etc.), bleiben diese Eigentum der DGHT und müssen in der Re- gel nach Beendigung des Projektes unaufgefordert an die/den Koordinator/in übermittelt werden.

(7) Aus dem Antrag muss klar hervorgehen, ob das tiermedizinische Forschungsprojekt die Kriterien eines Tierversuches erfüllt, und ein entsprechender Tierversuchsantrag ist der Be- werbung beizulegen. Aus dem Antrag muss eindeutig hervorgehen, ob diese Genehmigun- gen beantragt wurden oder noch werden. Im Idealfall liegt die Bewilligung bereits vor.

§ 5 Richtlinien der Projektförderung

Für im „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ beantragte Projekte sollte mindestens eine (vor- zugsweis mehrere) der folgenden Bedingungen erfüllt sein:
(1) Es handelt sich um physiologische, anatomische oder biochemische Grundlagenfor- schung zum Grundverständnis der untersuchten Arten, sofern sie nicht dem Förderschwer- punkt des „Ingo-und-Waltraud-Pauler-Fonds“ entspricht.

(2) Es handelt sich um Grundlagenforschung pathologischer Prozesse.
(3) Es handelt sich um die Erforschung von Risiken und Nebenwirkungen von Therapien.
(4) Es handelt sich um die Erforschung neuer therapeutischer Ansätze in der tiermedizini- schen Betreuung von Reptilien und Amphibien.
(5) Moderne diagnostische Instrumente werden zur Diagnosefindung herangezogen und er- probt.
(6) Es werden neue chirurgische Ansätze zur Verbesserung der medizinischen Versorgung untersucht.
(7) Es handelt sich um Untersuchungen zu Infektionserkrankungen, deren Verbreitung, Infek- tionsrisiken und Zoonosecharakter.
(8) Es handelt sich um Untersuchungen zur Verbesserung von Haltung und Ernährung.
(9) Es handelt sich um Untersuchungen zu allgemeinen Prophylaxemaßnahmen (z.B. Im- pfungen).
(10) Aus dem Antrag sollte hervorgehen, welche Bedeutung das Projekt für die praktische tiermedizinische Versorgung von Amphibien und Reptilien hat.

§ 6 Vergabe der Fördermittel

(1) Über die gestellten Anträge wird jeweils bis zum 31. März durch den Fachbeirat der AG ARK und das Präsidium der DGHT entschieden.
(2) Die Auszahlung zugesprochener Fondsmittel auf der Basis eines Fördervertrages zwi- schen der DGHT und dem Begünstigten erfolgt jeweils bis zum 30. April des Jahres. Nach Unterschrift des Antragsstellers erfolgt in der Regel zunächst die Überweisung von zwei Drit- teln des Förderbetrages. Ein Drittel des Förderbetrages wird bis zur Erfüllung der beiden folgenden Bedingungen zurückgehalten:

- Eine kurze, allgemeinverständliche Vorstellung (maximal 1-2 Druckseiten) des geplanten Projekts in der Zeitschrift „elaphe“ ist erfolgt bzw. der Beitrag ist eingereicht.
- Die (evtl. auch nur vorläufigen) Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden auf der folgen- den AG-ARK-Tagung als Vortrag mit entsprechender schriftlicher Zusammenfassung vorges- tellt.

§ 7 Entscheidungsfindung über die Fondsvergabe

(1) Zur Entscheidungsfindung über die gestellten Anträge wird eine beratende Gutachter- kommission aus vier Tierärzten/Wissenschaftlern gebildet, die durch den Fachbeirat der AG ARK dauerhaft einberufen wird. Den Vorsitz der Kommission übernimmt das Mitglied des Gesamtvorstandes, das für den Bereich „Tiermedizin“ zuständig ist. Sofern ein Kommissi- onsmitglied ausscheidet, wird dies nach Entscheidung des Fachbeirates der AG ARK er- setzt. Bei der Begutachtung stehen wissenschaftliche Qualität und praktische Durchführbar- keit des Förderprojektes im Vordergrund.

(2) Mitglieder der Gutachterkommission können Fachwissenschaftler sein, die nicht in jedem Falle Mitglieder der DGHT sein müssen. Sie werden vom Fachbeirat der AG ARK berufen und in „elaphe“ vorgestellt.
(3) Bei Entscheidungen über Anträge, die von einem Kommissionsmitglied selbst oder einer Person aus dessen Mitarbeiter-Schüler-Klientel stammen (dies schließt auch ein Co- Betreuungsverhältnis ein), enthält sich dieses Kommissionsmitglied der Teilnahme an der Bewertung. Die Gutachterkommission entscheidet mit einfacher Mehrheit über ihre Bewer- tungsreihenfolge. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Votum des Kommissionsvorsitzen- den.

(4) Die Empfehlung der Gutachterkommission, die vom Kommissionsvorsitzenden dem Fachbeirat der AG ARK und durch die Koordinatorin der AG ARK dem Präsidium der DGHT unterbreitet wird, muss mehrheitlich durch diese Gremien bestätigt werden. Bei Stimmen- gleichheit im Fachbeirat der AG ARK entscheidet die Stimme des für den Bereich „Wissen- schaft“ verantwortlichen Mitglieds des Fachbeirates der AG ARK.

(5) Ablehnungsgründe für Anträge sind auf jeden Fall Zielsetzungen, die mit den Aufgaben und Zielen der DGHT-AG ARK unvereinbar sind. Werden später Vorkommnisse bekannt, die gegebenenfalls das Ansehen der DGHT schädigen, sind bereits gezahlte Fondsmittel erstat- tungspflichtig.

§ 8 Veröffentlichung der fondsgeförderten Projektergebnisse

(1) Wie die Ausschreibung, so erfolgt auch die jährliche Bekanntgabe der vergebenen Fondsmittel für die einzelnen Projekte mit ihren Bearbeitern durch den Kommissionsvorsit- zenden in „elaphe“.
(2) Die Publikation zumindest relevanter Teile der Ergebnisse fondsgeförderter Projekte muss im Rahmen der AG-ARK-Tagung inklusive einer ausführlichen Zusammenfassung im Tagungsband erfolgen. Umfangreiche akademische Arbeiten (Diplomarbeiten, Dissertatio- nen usw.) müssen gegebenenfalls in Form und Umfang angepasst werden. Da die DGHT über keine eigenen tiermedizinischen Fachzeitschriften verfügt, soll die Originalarbeit in einer externen Spezialzeitschrift veröffentlicht und gleichzeitig eine allgemein verständliche Versi- on der Publikation für „elaphe“ eingereicht werden. Bereits im Förderantrag muss die angest- rebte Plattform zur Veröffentlichung genannt sein. Über die Art und Weise der Publikation verständigt sich der jeweilige Kommissionsvorsitzende mit der Koordinatorin der AG ARK, die die Festlegung dem DGHT-Präsidium zur Genehmigung unterbreitet.

(3) Erfüllt ein Begünstigter seine Pflicht zur Rechenschaftslegung über sein Projekt in der vereinbarten Weise nicht termingerecht, ist er nach Maßgabe des Fachbeirates der AG ARK für die in Anspruch genommenen Mittel ersatzpflichtig. Im Falle des Scheiterns eines geför- derten Projektes aus Gründen, die nicht im Verschulden des Begünstigten liegen, muss der Begünstigte die Gründe durch eine Stellungnahme in „elaphe“ erläutern